Sonnenaufgaenge, Suppe und Squaredance

Rueckreise nach West Lafayette

Auf dem Rueckweg flogen wir von Zuerich via Daenemark nach Chicago. Da wir in Kopenhagen einen kurzen Aufenthalt hatten, gingen wir kurz an die frische Luft, um auch hier zwei Caches zu holen. Die Luft war aber wirklich frisch und das Wetter nicht gerade freundlich:

image01

Ausserdem war es ziemlich windig und kaaaaalt! Also schnell wieder rein in die Lounge!

image02

Kurzzeitig ueberlegte ich mir noch, ob ich nicht vielleicht mit dem Schiff nach Amerika paddeln soll, entschied mich dann aber doch dagegen. Das dauert halt schon ziemlich lange.

image03

Dann flogen wir also einmal mehr ueber den grossen Teich. Als wir in Chicago im Landeanflug waren, war es bereits dunkel. Mir gefaellt das gut, ich mag die vielen Lichtlein!

image04

Wer will, kann hier ein Bild aus der ISS von etwas weiter entfernt anschauen. Der hellste Fleck, ziemlich weit rechts im Bild, am See, das ist Chicago. Also das Gleiche wie auf meinen Bildern, von weiter entfernt. Der grosse Fleck unter Chicago ist uebrigens Indianapolis, und der groesste der kleineren Flecken dazwischen - etwa 2/3 von Chicago und 1/3 von Indy - ist Lafayette.

image05

In Chicago angekommen, machten wir uns auf die Suche nach unseren Koffern (immerhin 2/3 kamen an), und dann nach unserem Shuttle, welches uns nach West Lafayette brachte. Gegen ein Uhr morgens waren wir dann zuhause und fielen muede ins Bett. Das Haus war noch ganz, und der dritte Koffer stand 3 Tage spaeter auch vor der Tuer. Yay.

Sonnenaufgaenge dank Jetlag

Nun sind wir also wieder im Midwesten angekommen. Viel Jetlag hatten wir dank den nur 6 Stunden Zeitunterschied nicht, aber ein bisschen frueher als sonst waren wir schon auf den Beinen. Das hat zum Vorteil, dass man schoene Sonnenaufgaenge mitbekommt:

image06

Schon ein bisschen flach, dieses Indiana, was?

image07

Und nochmal:

image08

Und noch mein Favorit:

image09

So, das reicht.

Von meiner Mutter haben wir neue Filzpantoffeln bekommen. Die sind super. Nicht unbedingt wegen dem Schweizerkreuz, ich bin da nicht wirklich patriotisch veranlagt. Aber vor allem weil ich damit viel schneller vorwaerts komme. Unser Haus ist so lang, es dauert immer ewig um vom einen Ende zum anderen zu kommen. Mit den neuen Pantoffeln geht es viel schneller. Anlauf holen und huiii!!!

image10

Dann habe ich Pige mal wieder getroffen, wir gingen wieder ins lokale Irish Pub und hoerten der Band zu. Sein skeptischer Blick soll sagen "Es ist viel zu dunkel, das gibt eh kein gescheites Foto!", und damit hat er nicht unrecht. Tja.

image11

Geocachen im Winter

Das Wetter in Indiana ist im Moment ein bisschen ein Auf und Ab. Aehnlich wie in der Schweiz. Temperaturmaessig ist es tagsueber etwa um den Nullpunkt, manchmal ein paar Grad drueber, manchmal drunter. Also Celsius. In der Nacht wird es natuerlich einiges kaelter. Schneien tuts gelegentlich, aber nicht allzu viel. Vom wilden Schneegestoeber im Nordosten der USA haben wir jedenfalls nichts abbekommen. Aber zwischendurch siehts schoen weiss aus:

image12

Wer erkennt, was sich alles fuer Viecher in unserem Vorgarten getummelt haben?

Tagsueber, wenn es etwas waermer wird und / oder die Sonne kraeftig scheint, schmilzt natuerlich ein Teil des Schnees. Da es hier keine vernuenftige Kanalisation gibt, sammelt sich das Schmelzwasser dann auf Trottoirs und Strassen. Das ist etwas ungeschickt, weil es dann nachts, wenn es kalt wird, gefriert, und so sind die Strassen teilweise spiegelglatt. Muss man gut aufpassen. Die Strassen sind zwar meistens gesalzen, aber die Trottoirs sind recht heimtueckisch. Aber ausser uns laeuft ja hier eh fast keiner zu Fuss herum.

image13

Aber es hat nicht immer Schnee, nur zwischendurch. Und wenn es gerade keinen oder wenig hat, versuchen wir natuerlich, ein paar Caches zu erwischen. Dazu muss man manchmal ganz schoen hoch hinaus!

image14

Und manchmal braucht es etwas Balance.

image15

Dafuer entdeckt man manchmal lustige Sachen: "All women must be escorted on residental floors". Sprich, Frauen duerfen hier nur in Begleitung hinein. Ja, Studentenwohnhaeuser sind hier immer noch brav getrennt.

image16

Obwohl es kalt und ab und zu verschneit ist, versuchen wir doch, wenn moeglich zu Fuss unterwegs zu sein. Das hier ist der Aufstieg zu einer Fussgaengerbruecke. Sieht das nicht gemuetlich aus?

image17

Suppe und Squardance

Neben Pige und Mathias' Arbeitskollegen haben wir auch unsere Nachbarn wieder gesehen. Die sind wirklich toll. Sie haben gut auf unser Haus aufgepasst und letzthin haben sie uns vorgeschlagen, wir sollen doch mit ihnen ins Theater gehen, was wir dann auch gemacht haben. Das war ganz gemuetlich, vor allem auch das Bierchen danach.

Doch gestern haben sie mich noch zu was ganz Speziellem mitgeschleppt: Zu einem Neighborhood Event (quasi ein Quartiertreff) mit "Soup and Dance". Ganz faszinierend. Da traf man sich also um sechs Uhr abends. Verschiedene Leute brachten einen Crock-Pot mit Suppe. Ein Crock-Pot, so habe ich gelernt, ist ein Topf mit eingebauter Erwaermevorrichtung. Also ein Topf, den man einstecken kann und dann machts warm was drin ist. Auf Deutsch etwa ein "Langsamkocher" oder ein "Schongarer". Nur: Hier hat JEDER so ein Ding. Echt spannend. Jedenfalls brachten dann also etwa 10 Leute so einen Topf mit Suppe mit und dann wurden die Toepfe eingesteckt.

image18

Und dann konnte man Suppe essen. Etwa eine Stunde lang wurde also gemuetlich Suppe geloeffelt, dann wurde zum "Dance"-Teil gewechselt. Und zwar war mit Dance Squaredance gemeint. Das ist so eine Art amerikanischer Volkstanz, bei dem ein "Caller" ansagt, welche Figur gemacht wird, und die ganze Gruppe macht das dann. Toent seltsam, ist es auch. Das Interessante daran ist meines Erachtens, dass man sich nicht einen Partner sucht und dann mit dem tanzt, sondern dass man konstant wechselt. Die Choreografie ist nicht fuer zwei Leute gemacht, sondern fuer alle zusammen als Kollektiv. Es ist wirklich eher ein Gemeinschaftserlebnis. Und erstaunlicherweise macht es sogar Spass. Ja, ich bin auf dem Bild drauf, wer findet mich?

image19

Ich bin ziemlich weit rechts, zwischen dem Herrn im gelben Pullover (unser Nachbar) und dem Herrn im weissen T-Shirt.

Zu unserem Getanze spielte eine Band mit Gitarre, Violine und Banjo. Viel amerikanischer kann es glaub nicht mehr werden. Ich fuehlte mich wirklich, wirklich im Midwest. Wo wir ja auch sind. Man versucht sich anzupassen... Und naechstes Jahr schleppe ich Mathias auch mit!

Und es hoert nicht auf mit anpassen, morgen ist mal wieder Super Bowl, das Riesenereignis mit dem letzten Football Spiel der Saison. Danach habe ich dann glaub wieder fuer eine Weile genug amerikanische Kultur geschnuppert...

blogroll

social