Winterabschluss mit Fondue

Es ist Winter im Hoosier State. Obwohl wir von den Schneemassen an der Ostkueste grossmehrheitlich verschont werden, kommt zumindest die Kaelte doch bis zu uns durch - einer der Nachteile wenn alles flach ist... Es ist also nicht unueblich dass es tagsueber bloss -10 Grad Celsius kalt ist, manchmal ist die Hoechsttemperatur sogar nur -15. Ganz schoen frisch! Zum Glueck hat sich Mathias eine warme Muetze gekauft. Er marschiert naemlich tapfer jeden Tag zu Fuss zur Uni und zurueck!

Geocachen im Schnee

Trotz eisigen Temperaturen zieht es uns natuerlich trotzdem auch am Wochenende manchmal an die frische Luft. Natuerlich ist es verlockend, im warmen Haus zu bleiben, wenn die Aussicht zum Fenster raus so aussieht:

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Aber die Konkurrenz schlaeft schliesslich nicht, also los! Und draussen gibt es ja auch einiges zu sehen, zum Beispiel Haeschen in der Grube.

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Oder Uebrigbleibsel von der Adventszeit. Alles ist groesser in den US of A, auch Krippenfiguren...

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Detail am Rande: Hier kommt es oft vor, dass mehrere Kirchen direkt nebeneinander stehen. Denn hier gibt es nicht, wie wir es aus Europa kennen, hauptsaechlich reformierte und katholische Kirchen. Nein, hier gibt es unzaehlige Subgruppen. Die meisten davon sind evangelisch, aber sie unterscheiden sich alle durch irgendwelche Details und haben auch alle ihre eigenen Kirchen und Gebaeude. So entsteht natuerlich auch ein Konkurrenzkampf um Mitglieder, und eine groessere Krippe zu haben als die Nachbarskirche ist wohl ein Statussymbol...

Bei einem Cache musste man neben dem Finden der Dose auch noch ein Bildchen mit zwei Statuen machen, bei dem man in sogenannter "phooning" Position dasteht. Das sieht so aus als ob man am rennen waere obwohl man steht. Mathias demonstriert das hier mal sehr schoen:

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Aber eigentlich wollte ich euch ja nur seine warme Muetze zeigen. Diese passt herrvorragend zu seiner Brumselbienensonnenbrille.

Bisher konnten wir mit Ach und Krach fuer jeden Tag einen Cache loggen, aber es ist schon ein harter Kampf. Entweder es liegt Schnee, oder alles ist vermatscht, und viele der Caches haben den Winter gar nicht erst ueberlebt... Da muss man durch. Wir freuen uns auf den Fruehling, wenn die Tage wieder waermer und laenger hell sind. Dann lohnt es sich auch wieder, etwas weiter weg zu fahren. Jetzt, bei diesen Temperaturen, und wenn es eh um fuenf Uhr nachmittags wieder dunkel wird, haben wir es gar nicht erst in Betracht gezogen. Aber es gibt ja auch noch andere Arten als Geocaching, um sich zu beschaeftigen.

Ess- und Trinkgelage

Zum Beispiel trafen wir uns einmal mehr mit Pige und Dimitra in unserem lokalen Irish Pub. Cheers!

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Diesmal spielte keine Band sondern ein einzelner Kuenstler mit Gitarre. Und er spielte so gut, dass Mathias ganz hingerissen war und jetzt wieder vermehrt am ueben ist.

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Das Essen im Pub ist ganz OK, zu meiner Freude haben sie einen ganz brauchbaren Vegiburger. Und zur Freude der anderen drei haben sie auch normale Burger. Wer uns hier besuchen kommt wird nicht drum rum kommen, bei den Nine Irish Brothers einzukehren!

Fuer amerikanische Verhaeltnisse essen wir aber eigentlich viel zu selten auswaerts. Wir haben uns so eingependelt dass wir meistens am Wochenende zweimal auswaerts essen gehen. Am Montag, Mittwoch und Freitag koche ich, am Dienstag und Donnerstag, unseren Sport-Tagen, kocht meistens Mathias. Selbstgekochstes sieht naemlich auch lecker aus. Mjamm!!

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Da das Wetter gerade sehr winterlich ist, haben wir beschlossen, unseren Kaesevorrat etwas schwinden zu lassen.

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Mathias hat seine mit-Neuprofessoren mit Anhang eingeladen, und gemeinsam machen wir uns ueber das leckere Fondue her!

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Die Sache mit den Tueren

Nachdem unsere Fenster nun endlich gemacht sind (an der "Nachbearbeitung" arbeite ich zwar noch...), habe ich beschlossen, mich um die Tueren zu kuemmern. Eigentlich sind Tueren nicht so teuer, so dass wir auch einfach neue haetten kaufen koennen, aber das Problem ist, dass unsere saemtlichen Tueren alle etwas unterschiedliche Groessen haben, und ich stelle es mir seeehr muehsam vor, fuer jeden Tuerrahmen eine neue passende Tuere zu finden. Warum also nicht nutzen, was schon vorhanden ist. Und vorhanden ist sowas:

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Die Idee war auch hier, gleich wie mit den Einbauschraenken, die Tueren etwas unauffaelliger und weniger haesslich zu machen. Unauffaelliger, indem sie weiss bemalt werden, und weniger haesslich, indem die ganze Hardware ausgetauscht wird. Also Scharniere und Tuergriffe und so.

So sah also unser drittes Zimmer eine Zeit lang wie ein Lazarett fuer Tueren aus:

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Die ganzen Scharniere und Tuerknaeufe auszutauschen ist nicht ganz billig. Aber erstens haetten wir das auch zu neuen Tueren dazu kaufen muessen, und zweitens waere es schade, die frisch gestrichenen und mit zusaetzlichen Leisten versehenen Tueren mit alten Scharnieren zu bestuecken. Der Unterschied ist, wie ich finde, doch recht frappant:

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Auch beim Tuerknauf lohnt sich meiner Meinung nach das Upgrade:

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Uns ist nicht ganz klar, wieso Amis immer noch Tuerknaeufe verwenden. Es gibt durchaus Tuerfallen, teilweise, aber sehr selten. Ich frage mich, ob es eine Kostenfrage ist. Aber so viel teurer kann doch eine Tuerfalle auch nicht sein? Ich sehe keinen Vorteil, den die runden Dinger haben. Die Tuerfallen haben aber einen Vorteil: Man kann sie, wenn man volle oder frisch eingecremte Haende hat, auch mit dem Ellbogen oeffnen. Bei den Knaeufen geht das nicht. Wenn jemand einen Vorteil findet, bitte mitteilen! Aber da wir unser Haus ja nicht allzu europaeisch einrichten wollen, da wir es irgendwann wohl wieder verkaufen werden, haben wir uns halt an die amerikanische Tradition gehalten und Tuerknaeufe montiert. Und so sieht dann das vorher-nachher-Bild aus:

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Wie ihr seht habe ich im Sinne der uniformitaet (und weil es edler aussieht - und es geht in diesem Land NUR ums Aussehen!) wie bei den Einbauschranktueren noch Leistchen draufgepappt.

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Beim Badezimmer haben sie interessanterweise vor fuenf Jahren eine Tuerfalle montiert. Lustig. Bisher habe ich vier Tueren bearbeitet, zwei gibt es noch zu tun. Und nachher kommen auch noch die grossen Schranktueren dran. Die fallen jetzt naemlich immer noch negativ auf.

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Natuerlich musste ich nicht nur die Tueren streichen, sondern auch die Tuerrahmen. Ist immer wieder interessant, wie viel das ausmacht. Leider sieht man den Unterschied auf Fotos nicht wirklich. Auch bei unserem Schnapsgestell. Das hat naemlich auch einen Neuanstrich bekommen. Vorher:

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Und nachher:

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In echt sieht es jetzt brutal viel besser aus. Ehrlich!

Uebrigens, ich habe ja schon des oefteren erwaehnt dass die lieben Amerikaner oftmals einen etwas anderen Geschmack haben als wir. Als Beispiel habe ich hier mal eine Seite eines Magazins fotografiert:

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Amis moegen es, verschiedenste Farben und Muster zu kombinieren. Im gleichen Zimmer Grellgruen, Blau, und ein Orangerot zu verwenden wuerde mir nie in den Sinn kommen. Und die Muster auf der linken Seite... Zum Schaudern! Ich frage mich ja schon, ob das einfach ich bin oder ob das ein kultureller Unterschied ist. Ich werde auf dem naechsten Heimurlaub mal ein deutsches Magazin kaufen...

Und zum Schluss noch dies: Wie immer wenn man in diesem Haus am Rumwerkeln ist, habe ich auch diesmal wieder etwas Spannendes gefunden: Den alten Thermostat!

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Da der neue Thermostat rote Farbspuren hat und unsere Vor-Vorgaenger das Wohnzimmer rot gestrichen hatten, muss der alte Thermostat also seit mindestens sechs Jahren herumliegen. Und wenn man genau hinschaut, kann man auch erahnen, warum den noch niemand weggeworfen hat: Da ist Quecksilber drin! Wir werden also mal schauen muessen, ob man das hier irgendwo sinnvoll entsorgen kann. Und wenn wir nix finden legen wir ihn in den Keller und ueberlassen ihn unseren Nachfolgern...

Zeit fuer einen Spring Break!

Unterdessen ist es bereits wieder Mitte Maerz, die Temperaturen sind langsam wieder im positiven (Celsius) Bereich und das Semester an der Uni ist zur Haelfte um. Das bedeutet, dass die Studenten eine Midterm Pruefung schreiben muessen - und fuer Mathias bedeutet das, dass er Pruefungen kreieren und anschliessend korrigieren muss. Ein ziemlicher Aufwand! Zum Glueck gibt es danach eine Woche Fruehlingsferien zur Belohnung, das nennt sich hier Spring Break und ist ein riesen Ding. Viele Studenten fliegen irgendwo an den Strand, um eine Woche lang Party zu feiern und zu trinken. Man koennte das etwa mit dem Ballermann-Konzept auf Mallorca vergleichen.

Da Mathias viel und brav gearbeitet hat und eine Woche lang keine Vorlesung hat, haben auch wir beschlossen, eine Woche weg zu fliegen. Natuerlich nicht zum Saufgelage, dafuer sind wir nun wirklich zu alt (ue30!!), aber etwas Strand und Sonne tanken wir natuerlich auch gerne. Also wird schnell gepackt!

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Das ist uebrigens eine Packstrategie, die ich waermstens empfehlen kann: Man legt eine Unterhose auf ein laengs gefaltetes T-Shirt, legt auf jede Seite eine Socke mit der Oeffnung nach aussen, rollt das zu einer Rolle zusammen, und zieht die Sockenoeffnung ueber die Rolle, so dass sie kompakt zusammen gehalten wird. Das ist erstens platzsparend, weil alles eng zusammen gerollt ist, und andererseits hat man fuer jeden Tag eine Rolle, die man sich einfach schnappen kann. Wenn man alle T-Shirts, alle Socken und alle Unterwaesche zu einem jeweiligen Stapel packt, dann muss man jeden Tag alle drei Stapel suchen. Probierts aus! Die kleinen sind uebrigens meine, die grossen gehoeren Mathias. Je neun fuer neun Tage Urlaub. Perfekt! (Am Anfang hatten wir etwas Angst, dass es die Socken verziehen koennte. Bisher ist uns aber nichts aufgefallen. Aber wenn ihr fragile Socken oder riesige Shirts habt solltet ihr vielleicht vorsichtig sein.)

Am fruehen Freitag Morgen ging es also los. Dass der Wecker um halb sechs klingelt, mag Mathias natuerlich gar nicht, aber dank der Vorfreude auf den Urlaub war er dann doch schnell auf den Beinen. Und noch vor sechs waren wir unterwegs. Ich fahre jeweils die erste Haelfte, da ich morgens normalerweise weniger Anlaufzeit brauche, und Mathias faehrt die zweite Haelfte, was dann in Chicago ist, da er in Grossstaedten normalerweise besser faehrt. Und nach drei Stunden ist man dann endlich am Flughafen. Einchecken, Koffer aufgeben, Security Check, und dann: Ab in die Lounge zum Zmoergelen!

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So, und jetzt kann unser naechstes Reiseabenteuer losgehen.

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