Road Trips

Wir sind ja auf einem Quest, saemtliche Staaten der USA zu besuchen, bevor wir hier wieder wegziehen. Daher nutzen wir gelegentlich verlaengerte Wochenenden, um wieder ein paar Staaten abzuhaken. Waehrend meine Eltern gerade im Nordosten herumduesen, macht Purdue Herbstferien, und wir nutzen die Gelegenheit, ein paar Staaten im Westen von Indiana abzuklappern.

Iowa, Nebraska, Kansas

Als erstes wollen wir nach Nebraska. Dazu muessen wir erst einmal quer durch Illinois, und danach komplett durch Iowa hindurch fahren. Zum Glueck hat uns Iowa eh auch noch gefehlt. Um den Mittag herum halten wir nach einem guten Ort zum Zmittag essen Ausschau. Die Wahl faellt uns nicht schwer, als wir ein Schild fuer den "World's Largest Truckstop" sehen.

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Der Stop sei vier mal so gross wie ein normaler Truckstop, was immer das heisst. Und das Erlebnis haelt ziemlich genau, was es verspricht: Ein riesiges (und gar nicht schlechtes) Essensbuffet, zig Laeden mit allem, was ein Truckerherz hoeher schlagen laesst, und eine riesige Menge interessanter Leute. Und wir mitten drin. Genial.

Neben dem Truckstop gibt es zudem ein Museum fuer alte Trucks. Ja gut, kann man sich mal anschauen, nicht?

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Nach einer weiteren Fahrstrecke machen wir in der Hauptstadt Des Moines Halt. Vor allem das Capitol ist recht schoen anzusehen, und da das Wetter herrlich ist, sind gleich zwei Hochzeitsgesellschaften hier, um huebsche Fotos zu schiessen.

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Wir hingegen suchen bloss ein paar Geocaches und fahren dann weiter. Wir wollen schliesslich noch bis Omaha kommen heute! Omaha ist zwar nicht die Hauptstadt (das waere Lincoln), aber die groesste Stadt von Nebraska, und mit ueber 400'000 Einwohnern gut doppelt so gross wie Des Moines. Dementsprechend gibt es einiges anzusehen. Wir kommen am fruehen Abend an und schlendern durch die Downtown auf der Suche nach Nahrung und Unterhaltung. Bei beidem werden wir problemlos fuendig, findet doch gerade ein Sommerfest mit Livemusik statt! Auch sonst ist die Stadt ganz schoen anzusehen, und so verbringen wir den lauen Herbstabend spazierend und Geocaches suchend.

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Am naechsten Morgen geht es weiter Richtung Sueden nach Kansas. Da uns Kansas City nicht sonderlich anmacht und wir lieber mehr Zeit in St. Louis verbringen moechten, verbringen wir nur wenig Zeit in Kansas. Wir fahren hinein, vertreten uns die Fuesse, suchen ein paar Caches, und gehen wieder. Bis uns einfaellt, dass wir noch gar kein Foto gemacht haben. Nun, es gibt hier nicht sonderlich viel zu sehen, es ist alles flach und voller Maisfelder, praktisch wie in Indiana... Daher muss halt diese Anlage als Fotomotiv dienen.

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Ich finde, sie repraesentiert Kansas gar nicht schlecht.

Missouri

Am spaeteren Nachmittag kommen wir in St. Louis an. In Missouri waren wir zwar schon einmal, naemlich auf unserer Durchreise von Berkeley nach Purdue. Aber damals haben wir hier nicht gross Halt gemacht, und St. Louis wollten wir uns schon mal noch ansehen. Dazu bietet sich jetzt die Gelegenheit. Wir spazieren am Mississippi entlang, und Mathias mischt sich unter die Entdecker.

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Am naechsten Morgen besuchen wir die Hauptattraktion von St. Louis: Die Gateway Arch!

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St. Louis wird als Gateway to the West bezeichnet, weil man damals von hier aus in den Wilden Westen gestartet ist. Der Torbogen der Gateway Arch soll diesen Zugang zum Westen symbolisieren. Das hyperbelfoermige Bauwerk ist 192 Meter hoch und - Ueberraschung! - begehbar!

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Dazu muss man erst ein Eintritsticket holen und dann in den Keller unter der Arch gehen. Dort befindet sich das Tram, welches einen hoch faehrt. Toent unglaublich, ist aber wirklich so! Zuerst muss man sich ein Informationsvideo anschauen. Man beachte die Bildschirme oben rechts... Die Gateway Arch wurde 1967 eroeffnet, und genau so sieht es im Inneren auch aus!

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In einer kleinen Kapsel, in welcher 5 Leute Platz haben, wird man also die 192 Meter hinaufbefoerdert.

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Und die Aussicht von oben ist dann auch genial! Direkt unter uns ist eine grosse Baustelle, da sie die gesamte Parkanlage rund um die Arch am erneuern sind.

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Aber auch die Stadt sieht man, und das Stadion.

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Man ist in einem kleinen Raum, 16 solcher Fenster gibt es auf jeder Seite. Vor den Fenstern gibt es so Plattformen, auf welche man sich legen kann. Daher kann man auch ziemlich direkt nach unten schauen. Echt witzig gemacht!

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Man kann aber auch in die Ferne schauen, bis weit ueber die 300'000 Einwohner Stadt hinaus. Interessant finde ich auch den Schatten der Arch, da sieht man noch einmal schoen, wie riesig dieses Ding wirklich ist. Das alte Gebaeude direkt hinter der Arch ist das alte Gerichtsgebäude, das Old Courthouse. Es ist fuer die amerikanische Geschichte wichtig, da hier ein schwarzer Sklave geklagt hatte, dass er freigelassen werden muesse. Dies wurde nicht nur abgelehnt, sondern es wurden generell die Rechte aller Afroamerikaner noch mehr eingeschraenkt, was die Spannungen zwischen den Nord- und Suedstaaten verschaerft hat und schlussendlich mit ein Grund fuer den Buergerkrieg war.

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Auf der anderen Seite der Arch sieht man uebrigens auf den Mississippi hinunter. Davon haben wir aber leider kein gutes Foto. Nach einem schoenen Tag in St. Louis machen wir uns am naechsten Tag wieder auf die Rueckreise nach West Lafayette. Der Mississippi ist hier etwa 500 Meter breit, da braucht es schon eine ganz schoen lange Bruecke!

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Der Name Mississippi kommt uebrigens von den Algonquin Indianern, "misi" heisst gross und "ziibi" heisst Gewaesser.

Europa

Am gleichen Tag wie meine Eltern wieder abreisen, reist auch Mathias nach Europa.

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Ein Besuch in Graz und eine Konferenz in Wien sind die Ursache dafuer.

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Zum Znacht darf die ganze Truppe ins Rathaus!

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Nach einer Woche kommt Mathias wieder zurueck, genau rechtzeitig damit wir unseren Thanksgiving Ausflug planen koennen!

Louisiana

Fuer unseren Thanksgiving Break haben wir uns vorgenommen, ein paar der Suedstaaten abzuklappern. Wir fliegen nach New Orleans, Louisiana, um dann mit einem Mietwagen nach Florida zu fahren. Doch zuerst schauen wir uns New Orleans noch ein bisschen an, denn die 350'000 Einwohner Stadt hat einiges zu bieten. Mathias freundet sich schon mal mit einem Harlekin an...

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Der Hofnarr ist natuerlich ein Symbol fuer Mardi Gras und den Carneval. Dazu sind wir leider etwas zur falschen Jahreszeit gekommen, denn dafuer ist New Orleans ja unter anderem beruehmt. Aber auch im Herbst gibt es vieles zu sehen, zum Beispiel dieses eindrueckliche Haus.

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Auch eine Jeanne d'Arc - oder, wie sie hier genannt wird, Joan of Arc, the Maid of Orléans - Statue gibt es. Ein Geschenk der Franzosen, eine Erinnerung an die franzoesiche Vergangenheit von New Orleans.

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Was uns in Amerika oft fehlt, sind Altstaedte. Wir moegen es, in Europa durch verschiedenste Altstaedte zu schlendern. Hier sind so viele Staedte charakterlos identisch. Des Moines hatte ein schoenes Capitol, St. Louis hat die Gateway Arch, aber sonst sind die Staedte ganz normale amerikanische Staedte ohne Eigenheiten. New Orleans, die groesste Stadt in Louisiana, ist da anders. Die franzoesische und anschliessend spanische Vergangenheit haben in Louisiana Spuren hinterlassen. Faszinierend sind auch die Gaslampen, die es hier noch sehr haeufig gibt. Alle sind direkt mit einer Gasleitung verbunden. Da New Orleans schon mehrfach Grossbraende erlebt hat, hoffe ich, dass sie die Gaslampen im Griff haben...

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Lafitte's Blacksmith Shop ist eines der aeltesten Gebaeude, das alle Braende und anderen Gefahren ueberstanden hat. Frueher soll das Gebaeude dem Piraten Jean Laffite gehoert haben (sein Name wurde falsch geschrieben, und auch die Stadt, die nach ihm benannt ist, ist eigentlich falsch geschrieben...), der es als Unterschlupf genutzt haben soll. Heute ist darin eine Bar.

Dass New Orleans eine Hafenstadt ist und auch eine piratische Vergangenheit hat, sieht man auch an anderen Orten...

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Als naechstes schauen wir uns die St. Louis Kathedrale an, die sieht sehr schoen aus, wie ein Maerchenschloss!

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Interessanter ist jedoch die Band auf dem Baenkli davor. Mathias wirft ihnen ein paar Dollar ein, und wird daraufhin aufgefordert, sich doch dazu zu setzen. Das laesst er sich natuerlich nicht zweimal sagen!

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Ich wuensche mir dafuer eine Fahrt auf dem Mississippi mit einem echten Schaufelraddampfer.

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Juhuuu!

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Vom Schiff aus sieht man noch einmal das riesige Haus und die Kathedrale.

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Auch sonst sieht man einiges, zum Beispiel sind noch sehr viele Regionen vom Hurricane Katrina zerstoert. Das ist zwar schon ueber zehr Jahre her, aber mancherorts fehlt schlicht das Geld, um alles wieder aufzubauen, und an anderen Orten macht es mehr Sinn, Dinge neu zu bauen statt zu reparieren.

In New Orleans gaebe es noch sehr vieles zu sehen und erleben, zum Beispiel wuerden wir gerne mehr von der lokalen Kueche probieren und die Musikszene muesste man natuerlich auch austesten. Aber leider haben wir ein ziemlich straffes Zeitprogramm, und so muessen wir bereits weiter. Es warten noch ein paar Staaten!

Mississippi, Alabama, Georgia

Als erstes fahren wir durch Mississippi. Den Staat, nicht den Fluss. An der Grenze zwischen Mississippi und Louisiana liegt das John C. Stennis Space Center, wo die Nasa Raketen testet. Coolerweise gibt es dort auch das INFINITY Science Center, ein Besucherzentrum und Museum. Ungeschickterweise sind wir jedoch zu spaet dran, und das Museum schliesst gleich. Aber dennoch haben wir Glueck, denn ein paar Sachen sind draussen aufgestellt, so dass wir doch noch ein bisschen was anschauen koennen. Zum Beispiel diesen Lunar Lander, welchen die Crew der Apollo 13 zum Ueben benutzt hat. Das Ding ist 10 Meter hoch, darunter sieht sogar Mathias klein aus!

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Um einiges eindruecklicher ist die Apollo 19 Saturn V Rakete. Boah ist das Ding riesig! Das Foto wird ihm nicht gerecht. 42 Meter lang ist sie, und das ist nur die 1. Stufe. Die Triebwerke haben einen Durchmesser von fast 4 Meter.

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Echt faszinierend, dieses Mississippi. Aber wir muessen weiter, Alabama wartet! Hier haben wir nun wirklich fast keine Zeit mehr. Wir suchen ein paar Caches bei einem Visitor Center, und posieren mit dem einzigen weit und breit, was wenigstens halbwegs fuer ein Foto taugt...

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Auf der Fahrt zum Hotel zeigt sich Alabama dann doch noch von seiner netteren Seite, dank einem schoenen Sonnenuntergang.

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Am naechsten Morgen geht es weiter, durch das nordoestliche Florida bis nach Georgia. Letzteres ist ebenfalls ziemlich unspektakulaer, so dass wir einmal mehr fast vergessen, ein Foto zu machen. Schliesslich muss eine riesige USA-Flagge als Motiv herhalten.

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Dann fahren wir zurueck nach Florida, denn da wollen wir bis ganz in den Sueden hinunter! Und das sind etwa 700 Kilometer. Das ist wie zwei mal durch die ganze Schweiz hindurch!

Florida

Wir fahren also eine ganz schoene Weile. Da heute Thanksgiving ist, suchen wir uns zum Znacht ein Golden Corral Restaurant. Das ist unsere eigene kleine Thanksgiving Tradition, denn das Golden Corral ist eines der wenigen Restaurants, die dann ueberhaupt offen haben - immerhin ist es der wichtigste Feiertag der USA. Plus, es ist ein Selbstbedienungsbuffet, das heisst sie bieten zwar unter anderem das ganze Thanksgiving Essen wie Turkey, Stuffing, Cranberry Sauce und so weiter an, aber eben nicht nur. Mathias mag immer gerne ein bisschen Truthahn essen, aber nicht unbedingt ausschliesslich, und ich bin sowieso froh gibt es alternative Optionen.

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Uebrigens, das Restaurant mag etwas leer aussehen da hinter Mathias gerade niemand ist, aber ich kann euch garantieren, das Golden Corral ist an Thanksgiving immer sehr gut gefuellt!

Wir fahren also durch ganz Florida, bis in den Sueden nach Miami. Aber es geht noch weiter suedlich, wir moechten bis nach Key West! Also fahren wir am naechsten Morgen wieder los, vorbei an den Everglades, einem wunderschoenen, riesigen Sumpfgebiet.

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Nach etwa drei Stunden Fahrt ueber verschiedenste Inseln und Bruecken haben wir es geschafft, wir kommen bei der letzten Insel der Inselkette an!

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Geocaching bringt einen an die seltsamsten Orte. Hier zum Beispiel sind wir im Key West Garden Club gelandet, einem alten Fort, welches heute ein spezieller, wunderschoener Garten ist.

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Aber auch ausserhalb des Gartens ist es ueberall sehr schoen gruen.

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Wir spazieren ueber die Insel, welche voller hauptsaechlich amerikanischer Touristen ist. Wir probieren den Key Lime Cake und finden im Shoppingquartier Little Switzerland.

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Key West ist der suedlichste Punkt der USA, der auf dem Landweg erreichbar ist, auch wenn die Insel ja eigentlich nicht zum Festland gehoert. Eine riesige Markierung weist darauf hin: Southernmost Point Continental USA. 90 Miles to Cuba!

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Um sich mit dem Stein fotografieren zu lassen, muss man lange in einer Schlange anstehen. Anstehen koennen Amis ja sehr gut. Mathias mag das weniger, daher laesst er sich einfach mit der Rueckseite ablichten!

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Dafuer gibt es anschliessend noch ein Selfie am suedlichsten Punkt der USA.

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Danach fahren wir zurueck nach Miami, von wo wir wieder heim fliegen werden. Das war ein sehr entspannter Thanksgiving Ausflug!

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