North Dakota! Warum? Warum nicht!

Fuer die zweite Haelfte der Spring Break Woche haben wir uns vorgenommen, nach North Dakota zu fahren. Warum North Dakota? Na weil wir da noch nie waren! Als Ziel nehmen wir Fargo, da das im Suedosten von North Dakota liegt und somit fuer uns am naechsten ist. Trotz allem sind es noch gute elf Fahrstunden. Unser Plan ist, relativ schnell hoch zu fahren, und uns dann auf dem Heimweg mehr Zeit zu lassen. Trotzdem braucht man natuerlich ab und zu eine Pause, um sich die Fuesse zu vertreten. Zum Glueck gibt es ab und zu Rest Areas, und manchmal gibt es dort sogar kleine Spazierwege.

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Und wenn man wirklich Glueck hat, gibt es dort sogar noch ein paar Geocaches!

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Obwohl es schon Mitte Maerz ist, ist es noch ueberhaupt nicht fruehlingshaft. Zum Glueck haben wir die warmen Kleider eingepackt!

Fargo, ND

Nach der langen Fahrt kommen wir also in Fargo an. Als erstes gehen wir zum Visitor Center, und siehe da, sie haben den Woodchipper aus dem Film Fargo ausgestellt. Das ist wohl wirklich der einzige Grund, warum Leute Fargo ueberhaupt kennen. Und der Film wurde groesstenteils noch nicht mal in Fargo gedreht.

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Ansonsten hat Fargo nicht allzu viel zu bieten. Ein nettes, freundliches Kleinstaedtchen mit gut 100'000 Einwohnern (und damit die groesste Stadt in North Dakota), aber halt nicht wirklich speziell. Wir schlendern ein paar Stunden hin und her, essen leckere Donuts, und sammeln ein paar Geocaches ein.

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Mathias wuerde gerne noch die Ronald Reagan Minuteman Missile Site anschauen gehen, das ist ein Bunker in welchem zur Zeit des Kalten Krieges immer ein paar Leute sassen und darauf warteten, dass man ihnen den Auftrag gibt, eine Rakete loszuschiessen. Das waere sicher sehr spannend anzusehen, aber leider haben die noch Winterpause. Da wir die Stadt aber unterdessen zur Genuege gesehen haben und uns langsam kalt ist, beschliessen wir, stattdessen das Fargo Air Museum anzuschauen. Und siehe da, dort hat es auch eine Rakete! Na immerhin.

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Das Flugi Museum ist erstaunlich gut. Ich dachte erst, dass die da einfach ein paar alte kaputte Flugis hingestellt haben, aber sie haben wirklich ein recht grosses und abwechslungsreiches Sortiment, so dass auch ich als nicht-wirklich-Flugi-Fan genug zum Anschauen habe.

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Mathias findet eher so die B-25 Bomber spannend. Rein aus technischer und historischer Sicht natuerlich.

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In ein paar Flugis darf man sich auch hinein setzen, das ist besonders toll.

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Klar koennte ich einen Helikopter fliegen, kein Problem! Man muss einfach ein paar Knoepfe druecken hier...

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So sieht das Teil von Aussen aus. Die Amis stehen halt schon sehr auf das ganze Militaergedoens.

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Und dieses Flugi scheint vor allem aus technischer Sicht spannend. Einklappbare Fluegel sieht man ja jetzt nicht so oft.

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Nach dem Museum haben wir das Gefuehl, so ziemlich alles in Fargo gesehen zu haben, was die Stadt zu bieten hat. Also beginnen wir gemuetlich mit der Rueckfahrt. Naechster Halt: Minneapolis!

Minneapolis, MN

Minneapolis ist mit 400'000 Einwohnern ein bisschen groesser als Fargo, daher erhoffen wir uns, hier etwas mehr zu sehen. Die Skyline sieht jedoch noch nicht wirklich ueberwaeltigend aus... Das kann aber auch am kalten, regnerischen Wetter liegen.

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Die Stadt an sich ist dann aber noch ganz witzig: Weil es hier so oft und lange kalt ist, sind viele Gebaeude miteinander verbunden. Entweder mit so geschlossenen Bruecken ueber die Strasse, oder mit Tunnels. Das System nennt sich Skyway, hier gibt es eine Karte davon, die zeigt, wie riesig das Ganze ist. Man kann also praktisch durch die ganze Stadt laufen, ohne je aus den Gebaeuden hinaus zu muessen! Fuer die Leute ist das natuerlich praktisch, aus Umweltschutzgruenden waere es wohl besser, wenn diese Bruecken nicht aus Glas, sondern gut isoliert waeren... Aber das ist ja hier in Amerika eh so eine Sache.

Wir laufen also eine Weile durch Hochhaeuser, aber das wird auch irgendwann langweilig. Also gehen wir ein paar Sehenswuerdigkeiten (und Geocaches) abklappern. Eine davon ist, wie so oft in den USA, ein Sportstadion, in diesem Fall hier das Baseballstadion der Minneapolis Twins. Mathias freundet sich dann mal mit dem Maskottchen an.

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Und macht es sich anschliessend im Handschuh bequem.

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Unsere Mittagessenswahl ist auch speziell: Wir haben einen seltsamen Pizzaladen gefunden, der interessante Pizzen kreiert. Meine ist "Mac and Cheese", also Kaesepasta, die von Mathias ist "Barbeque Steak and Fries" - ja, mit Fleisch und Fritten. Sowas.

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Als Letztes schauen wir uns einmal mehr den Mississippi an. Da seine Geburtsstaette in Minnesota ist, ist er hier in Minneapolis noch nicht so gross. Aber natuerlich trotzdem wie immer eindruecklich!

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Neben dem Fluss gibt es noch die Ruinen einer alten Muehle zu bestaunen.

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Direkt daneben beginnt die alte Stone Arch Bridge.

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Nachdem wir uns eine Weile umgesehen haben, gehen wir zur "Endless Bridge". Der Name ist ein bisschen irrefuehrend, ich hatte mir eine Rolltreppe oder sowas vorgestellt. Aber es ist weder endlos noch eine Bruecke, sondern einfach nur eine Aussichtsplattform. Witzigerweise ist sie in einem Theatergebaeude, und daher gratis. Wir schleichen uns hinein, auch wenn wir nicht vor haben (und gar keine Zeit haben), uns ein Theater anzuschauen... Die Aussicht ist aber wirklich nicht schlecht.

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Die vordere Bruecke ist die schoene alte Stone Arch Bridge, die hintere ist eine moderne Bruecke. Wer das Panoramafoto in gross schauen will, kann das gerne hier tun...

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Nach einem letzten Selfie machen wir uns auf die Weiterfahrt nach Madison.

Madison, WI

Unseren naechsten Halt machen wir in der Hauptstadt von Wisconsin. Mit etwa 250'000 Einwohnern liegt die Stadt groessenmaessig zwischen Fargo und Minneapolis, aber vom Charme her hat sie uns von den drei Staedten am besten gefallen. Das kann natuerlich auch daran liegen, dass sich das Wetter hier deutlich freundlicher zeigt, und es waermer ist und nicht dauernd nieselt. Aber die Altstadt von Madison ist wirklich sehr schoen. Es gibt eine Uni und ein Kapitol, und einen See - und eine richtige Fussgaengerzone! Die gefaellt uns natuerlich besonders gut.

Zum Essen suchen wir uns auch hier zwei ganz spezielle Restis aus. Eines heisst Kabul und bietet afghanische Kueche, das hatten wir noch nie. Und das andere hat venezuelanisches Essen, auch sehr interessant.

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Meine Schweinestueckchen tausche ich natuerlich gegen Mathias' Plátanos ein, das macht beide gluecklicher.

Wir gehen also als Erstes das Kapitol anschauen, das sieht recht schoen aus, aber andererseits auch nicht gross anders als die, die wir schon gesehen haben. Da wir genug Zeit haben, schauen wir trotzdem kurz hinein.

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Am eindruecklichsten finde ich jeweils die Kuppeln von innen. Die sind riesig gross, und das Bild in der Mitte sieht jeweils ganz klein aus, ist aber eigentlich auch gross. Nur das Bild, ohne den goldenen Rand, hat einen Durchmesser von 10 Meter! Das Bild heisst uebrigens "Ressources of Wisconsin".

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Auch die Uni schauen wir uns an, und Mathias freundet sich mit einem netten, aelteren Herrn aus Bronze an.

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Zum Abschluss unseres Kurzurlaubes machen wir auf dem Weg nach Lafayette noch einen kurzen Umweg, um uns die Jelly Belly Fabrik anzuschauen. Dort gibt es Fabrikfuehrungen mit einem Zuegli, und am Schluss bekommt man sogar ein Saeckchen Jelly Beans! Na wenn das mal nicht super ist. Ratet mal, wer im Outlet Laden gaaaaanz viele Jelly Bellys kauft?

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Und dann ist der Spring Break vorbei, und wir sind wieder zuhause in West Lafayette. Alles, was bleibt, ist, unsere Reisekarte zu vervollstaendigen.

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Sieht doch schon richtig gut aus!

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